Eltern-Kind-Therapiewochen

Unsere Eltern-Kind-Therapiewochen beziehen Eltern anorektisch und bulimisch essgestörter Patient*innen in den Therapieprozess ihrer Kinder mit ein, denn auch die Eltern brauchen Hilfe, nicht nur die Kinder.

Hilflos und überfordert stehen Eltern oft der Situation gegenüber, ihrem essgestörten Kind helfen zu wollen, aber nicht zu wissen, wie sie sich verhalten sollen, ohne sich dabei in Schuldproblematiken zu verstricken.

Vor allem wenn die Patient*innen nach dem Klinikaufenthalt in ihre Herkunftsfamilie zurückkehren, ist es wichtig, dass das Umfeld die der Essstörung zugrunde liegende Persönlichkeitsentwicklungsstörung verstehen lernt. Ziel ist es auch, ungewollt ungünstiges Verhalten auf Seiten der Familie zu hinterfragen und abzuändern. Zusammen mit dem Therapeut*innenteam werden Strategien erarbeitet, wie mit der Essstörung der erkrankten Tochter bzw. des Sohnes besser umzugehen ist und wie die lebensbezogenen Problemlagen für die Betroffenen passender adressiert werden können. Ziel ist es, die Gefahr eines Rückfalls zu Hause zu reduzieren bzw. ein unbeabsichtigt krankheitsunterhaltendes Umfeld zu verändern.

Während des Elterntrainings nehmen Eltern mit ihrem (ggf. auch schon erwachsenen) Kind sowohl an gemeinsamen Therapiesitzungen als auch an einer eigenen Therapiegruppe für Eltern teil. Einen weiteren Therapiebaustein stellt die kunsttherapeutische Auseinandersetzung mit den o. g. Thematiken dar; gemeinsame Lehrkücheneinheiten und Mahlzeiten runden das Programm ab. Hier geht es darum, gestörte Verhaltensweisen in Koch- und Küchensituationen zu adressieren und die Wirksamkeit der Eltern in diesem hochempfindlichen Bereich zu stärken (nähere Einzelheiten zum Konzept unserer Eltern-Kind-Therapiewochen finden Sie unter „Downloads“).